Darum lohnt sich die Symbiose von Geldinstituten und Fintechs jetzt besonders

Bild: Florian Christ, CEO von fino
31.07.2020

Kassel. Die Partnerschaft zwischen der Deutschen Bank und Google sowie ihr Einstieg beim Fintech Traxpay oder die Einführung von Apple Pay in Verbindung mit der Sparkassen-Girocard – kaum ein Tag vergeht ohne Schlagzeilen, dass das Bankenwesen sich grundlegend verändert. Dabei sind die News Beispiele dafür, dass die Kooperation zwischen traditionellen Geldinstituten und Fintechs in der Coronakrise an Bedeutung gewonnen hat. Tatsächlich ist eine derartige Symbiose schon seit Längerem Alltag, eröffnet sie doch aussichtsreiche Zukunftschancen. Letzteres gilt jetzt jedoch in besonderem Maße.

Dies zeigt der World Fintech Report 2020 von Capgemini und Efma. Ihm zufolge hat die Pandemie den Strukturwandel beschleunigt und zu einem größeren Bedarf an digitalen Leistungsangeboten geführt. Um den in dieser Hinsicht gestiegenen Erwartungen der Kunden gerecht zu werden, müssen etablierte Geldinstitute Fintechs als sinnvolle Partner betrachten. Darüber hinaus hält die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC einer aktuellen Umfrage zufolge „gerade in der Krise Partnerschaften mit externen Dienstleistern oder Fintechs [für] unverzichtbar“. Im Rahmen dieser Kooperation gelte es für Banken und Sparkassen, Prozesse zu optimieren, Geschäftsaktivitäten zu digitalisieren, den Geschäftsbetrieb zu stärken und Geschäftsmodelle auszuweiten. Hintergrund dafür ist, dass 58 Prozent der Umfrageteilnehmer eine Ertragssteigerung für besonders wichtig halten, während für 37 Prozent Kostensenkungen an erster Stelle stehen – Prioritäten, die angesichts zu erwartender Kreditausfälle noch weiter an Bedeutung gewinnen dürften.

Um diese Ziele zu erreichen, seien für drei Viertel der Befragten externe Dienstleister ein entscheidender Hebel. Außerdem wollen sie die aktuelle Krise als Impuls für das Forcieren der Digitalisierung nutzen. Ziel sei, Kundennähe und Konkurrenzfähigkeit langfristig zu sichern. Als wichtigste Bereiche benannten die Teilnehmer konkret die Digitalisierung ihrer Vertriebskanäle, Neugeschäftsprozesse und Bestandsprozesse.

Zusammenarbeit eröffnet Vorteile für alle Beteiligten

Bei der Erfüllung ihrer Aufgaben müssen Banken und Sparkassen nicht mit Fintechs konkurrieren, wie eine im Jahre 2018 veröffentlichte Untersuchung der weltweit 150 größten Banken mit kommerziellem Schwerpunkt von Ádám Kerényi, Júlia Molnár und János Müller belegt. Ihr zufolge kooperierten bereits damals fast 52 Prozent der Banken mit Fintechs. Zudem haben viele Nichtbanken und Aufsichtsbehörden Partnerschaften mit Fintech-Unternehmen geschlossen, so die Arbeit „Bank and Fintechs: Healthy Cooperation or dangerous Liaisons?“, die zudem Vorteile solcher Kooperationen aufführt.

So profitieren Banken und Sparkassen effektiv von neuestem technologischem Know-how. Sie erwerben Fähigkeiten, damit sie zusätzliche Produkte und Dienstleistungen anbieten und neue Märkte betreten können. Fintechs erhalten eine größere Kundenbasis. Gleichzeitig sinken ihre Kundenakquisitionskosten, sie können ihre Produktentwicklung und die Produktprüfung beschleunigen. Es handelt sich also um eine Win-win-Situation. Diese ist auch für Verbraucher lukrativ. Ihnen eröffnet sich die Möglichkeit, einfacher, schneller und kostengünstiger auf Bankdienstleistungen zuzugreifen. Dies wiederum verstärkt die Kundenbindung.

Beispiele aus der Praxis

Zahlreiche Beispiele wie das des Fintechs fino illustrieren die nutzbringende Zusammenarbeit. So hat das Unternehmen bereits 2015 die erste Software zum vollautomatischen Kontowechsel auf den Markt gebracht und inzwischen um eine Kontowechselhilfe und einen Depotwechselservice erweitert. Daneben gibt es Software wie KYCnow, welche die Kreditvergabe revolutioniert, da sie den aufwendigen Know-your-Customer-Prozess automatisiert. Last, but not least bietet das Fintech Whitelabel-Lösungen an, mit denen Banken und Sparkassen neue Geschäftsmodelle kreieren und ihre Kunden begeistern können. „Dabei setzen wir auf Co-Creation beziehungsweise Co-Innovation – ein Modell, bei dem wir gezielt mit Geldinstituten kollaborieren, um Synergien zu nutzen und den Kunden Mehrwert zu bieten“, erläutert Florian Christ, CEO von fino. Dieser Aspekt bildet im Übrigen nach den Modellen zur Zusammenarbeit von Banken und Fintechs von BearingPoint den Hebel zur Überwindung der kulturellen Unterschiede zwischen Banken sowie Fintechs.

All diese Argumente vergegenwärtigen, dass sich eine erfolgreiche Kooperation zwischen Geldinstituten und Fintechs sehr gut umsetzen lässt und vielversprechend ist. Der World Fintech Report 2020 bestätigt Wachstumschancen für traditionelle Banken mit einem erweiterten Open-Banking-Ansatz. Erfolgreich seien Institutionen mit einem kollaborativen Ansatz, die über ein engagiertes und autonomes Start-up-Partnerschaftsteam verfügen und einen ausfallsicheren Innovationsansatz zur schnellen Wertbestimmung und Verlustreduzierung aufweisen. Zeit also für Manager und IT-Entscheider zu handeln!

Über fino

Das Fintech-Unternehmen fino wurde 2015 gegründet und entwickelt Produkte und Services, die Geschäftsprozesse im Bereich Finanzen optimieren. Mehr als 100 Mitarbeiter beschäftigen sich täglich damit, dass das fino-Motto „Less finance – more you“ für immer mehr Unternehmen und Privatpersonen zur Realität wird. Unternehmen profitieren unter anderem von einer einfacheren Bereitstellung und Verwaltung ihrer Rechnungen, von Kontoinformationen und Zahlungsströmen. Deren Analyse hilft ihnen zusätzlich, fundierte betriebswirtschaftliche Entscheidungen zu treffen. Geldinstitute wiederum können mit den Produkten von fino ihren Kunden moderne, schnelle Lösungen bieten. Zu den Referenzkunden und Partnern zählen Sparkassen, VR Banken, die Commerzbank, DATEV, Miles & More und die Schufa.

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