Liquiditätsmanagement als tragende Säule des Unternehmenserfolgs

09.08.2021

Die Sicherstellung der Liquidität ist für den Unternehmenserfolg unabdingbar und ermöglicht, dass eingehende Rechnungen jederzeit fristgerecht beglichen werden. Andernfalls drohen nicht nur vermeidbare Kosten wie Verzugszinsen oder Mahngebühren, sondern im schlimmsten Fall der Gang zum Insolvenzgericht.

Das Wort liquid stammt vom lateinischen „liquidus“ ab und bedeutet „flüssig“. Demzufolge definiert Wikipedia den Begriff Liquidität als „die Fähigkeit von Wirtschaftssubjekten, jederzeit ihren Zahlungsverpflichtungen aus Schulden uneingeschränkt nachkommen zu können“.

Instrumente des Liquiditätsmanagements

Die Sicherstellung dieser Fähigkeit verfolgt das Liquiditätsmanagement. Dazu werden vor allem die in der Vergangenheit entstandenen sowie die zu erwartenden Einnahmen und Ausgaben gegenübergestellt. Idealerweise sind diese kategorisiert, sodass auf einen Blick die größten Einnahmen- und Ausgabenblöcke sichtbar werden.

Aber auch kontinuierliche Kostenkontrollen (vor allem bei Leasingraten oder Lizenzgebühren) sowie das Ausnutzen von Skontooptionen gehören dazu.

Ebenfalls wichtig ist zu beobachten, ob sich das Zahlungsverhalten von Kunden im Laufe der Zeit negativ verändert. Gerade bei größeren Summen könnte es empfindliche Folgen haben, wenn Unternehmen ihr Geld erst verspätet erhalten. Gegebenenfalls ist dann das Einführen von Anzahlungen ein Weg, Liquiditätsengpässe zu vermeiden.

Zudem können regelmäßige Einkaufsverhandlungen mit den Lieferanten Kosten verringern. Eventuell ist es auch sinnvoll, nach alternativen Lieferanten mit günstigeren Konditionen Ausschau zu halten oder auf längere Zahlungsziele zu dringen.

Ein zusätzlicher Aspekt des Liquiditätsmanagements ist die Betrachtung der Kunden- bzw. Lieferantenstruktur sowie damit verbundener etwaiger Abhängigkeiten. Denn wenn Einnahmen wie auch Ausgaben auf mehrere Schultern verteilt sind, sinkt das unternehmerische Risiko.

Liquiditätsmanagement als kontinuierlicher Prozess

Diesen Aufgaben sollten Unternehmen nicht erst dann nachgehen, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen, wenn also eine finanzielle Schieflage eingetreten ist. Eventuell streichen Banken dann Kreditlinien oder Lieferanten kündigen wegen fehlender Zahlungseingänge die Zusammenarbeit, sodass das Unternehmen Kundenaufträge nicht mehr bearbeiten kann. Somit fehlen Einnahmen. Es entsteht ein Teufelskreis, dem nur noch schwer oder gar nicht zu entrinnen ist.

Auch eine alleinige retrospektive Sicht auf die Unternehmenslage, beispielsweise im Rahmen des Jahresabschlusses, ist wenig nützlich. Denn schließlich geht es beim Liquiditätsmanagement um die künftige Verfügbarkeit ausreichender Zahlungsmittel. Und diese lässt sich auf Basis ausgewerteter Transaktionen kontinuierlich verbessern.

Konkrete Fakten statt möglicher Szenarien

Zwar kann ein Liquiditätsmanagement bestimmte Ereignisse, beispielsweise Umweltkatastrophen oder Pandemien, die sich auf die gesamte Makroökonomie auswirken, nicht vorhersagen. Auch die damit einhergehenden Auswirkungen auf das eigene Unternehmen lassen sich nur bedingt prognostizieren. Allerdings bewahrt ein kontinuierliches Liquiditätsmanagement Unternehmen auf Basis realer Daten vor finanziellen Engpässen, indem es zu jeder Zeit die bestmögliche Liquidität sicherstellt und auf mögliche Gefahren rechtzeitig hinweist.

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